Der Comment und dessen geschichtlicher Ursprung

Die heutigen Studentenverbindungen haben ihren Ursprung in den "nationes" der mittelalterlichen Universitäten, den Landsmannschaften des 16. und 17. Jahrhunderts, den Studentenorden des späten 18. Jahrhunderts und in der Urburschenschaft, wie sie nach den Befreiungskriegen 1815 entstanden ist.

Wie vor ihnen die Zünfte haben auch die Studenten eigene Formen und Regeln des Zusammenseins entwickelt.

Das Wort "Comment" wird im Allgemeinen aus dem Französischen abgeleitet, "comment" heißt "wie". Überzeugender ist die Ableitung aus dem Lateinischen, "cum" - "mit" und "mens" - "Geist" und damit im übertragenden Sinn "das, was man im Kopf hat".

Die ersten studentischen Regeln für das sogenannte "Commersieren" entstanden um 1650 und wurden nur mündlich überliefert. Man sprach von "Burschenmanier" oder "Burschenraison". Zunächst ist es dabei nur um Formelles gegangen, mit der Zeit kamen Bestimmungen zu Sitte, Haltung, Veranstaltungen und zur Regelung von Streitigkeiten dazu und erhielten damit auch eine gewisse erzieherische Bedeutung.

Das Wort "Commersieren" wird ebenfalls aus dem Lateinischen abgeleitet, und zwar von "commercium" - "Handel, Verkehr".

Der Ausdruck "Comment" ist erst seit 1770 als übergeordneter Begriff für die Regeln der Studentenorden belegt. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten schriftlichen Aufzeichnungen.

Friedrich Christian Laukhard, der ab 1775 in Gießen Theologie studiert hat, versteht unter "Comment" noch allgemeine "burschikose" Lebensformen und schreibt: "Je nun, Comment ist Comment, das ist so die rechte Art, das rechte Avec, wie der Bursche auf Universitäten leben soll."

Christian Wilhelm Kindleben, von dem die heute noch gesungene Version des "Gaudeamus igitur" stammt, bezeichnet 1781 in seinem Studentenlexikon den Comment schon als "Statuten des Studentenlebens".

Die Studentenorden haben um 1800 als erste Commentregeln auch schriftlich niedergelegt. Die Corps folgten ihnen als nächste. Die Bemühungen, den Comment zu vereinheitlichen, setzen um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Der Comment schließlich auch gedruckt, wobei es einige spezielle Ausgaben, vor allem natürlich den "Biercomment", aber auch z.B. den "Paukcomment."

Der "Comment", wie wir ihn heute verstehen, regelt unser Beisammensein bei den verschiedensten Anlässen, umfasst aber auch die Äußeren Erscheinungsformen des Farbstudententums. Er ist also etwas Lebendiges und gewinnt seinen Reiz durch die Übung in der Praxis. Wenn man ihn auf die Beschreibung reduziert, läuft man in Gefahr, trocken und lehrhaft und damit langweilig zu werden.